Letztes Update

Nachdem unsere Nachbarschaftshilfe in den letzten 8 Wochen gewirkt hat, können wir in diesem (hoffentlich) letzten Update berichten, wie wir unser Angebot nun wieder herunterfahren. Die aktuelle Krise ist vorbei, die Solidarität bleibt. Dazu braucht es aber unser Angebot nicht mehr.

Liebe Helfer*innen

Nach den vom Bundesrat angekündigten, erfreulichen weiteren Lockerungen hat auch das OK der Nachbarschaftshilfe Lenzburg entschieden, diesen Dienst schrittweise einzustellen.

Der Telefondienst ist noch bis 8.6. jeweils Montag bis Freitag von 09.00 Uhr bis 11.00 Uhr besetzt.

Ab 8.6. werden wir keine neuen Hilfsangebote mehr vermitteln. Für noch laufende Hilfeleistungen ist die Zahlungs App Expense Robot bis 30. Juni in Betrieb. Anschliessend wird die Hypi zum letzten Mal abrechnen.

Zu diesem Zeitpunkt werden wir auch die WhatsApp Gruppe „deaktivieren“. Wir würden es aber begrüssen, wenn ihr trotzdem Mitglied der Gruppe bleiben würdet. So könnte wir, was wir alle natürlich nicht hoffen, diese bei Bedarf wieder reaktiveren.

So, jetzt bleibt uns zum Schluss noch allen recht herzlich für die grosse Unterstützung zu danken. Ein besonderer Dank geht an alle Mitgliederinnen der Telefongruppe: ❤-lichen Dank für euren riesigen Einsatz. Ein Dankeschön geht auch an die Hypothekarbank Lenzburg, an die Firmen Expense Robot, Airtable und Computacenter, die Städtische Hilfsgesellschaft und die Druckereien Kromer und Kuhn Drucksach. Bllibet gsund! Herzlich, OK Nachbarschaftshilfe Lenzburg

Update 011

Es hat hier schon länger kein Update mehr gegeben. Das heisst nicht, dass im Hintergrund nichts mehr läuft. Das heisst vielmehr, dass alles seinen geplanten Gang geht und sich die Nachbarschaftshilfe im Alltag der Lenzburger*innen etabliert hat.

Das OK hat nach den ersten intensiven Tagen einen Gang zurückschalten können. Dies deshalb, weil ein tolles Team von Einsatzleiter*innen die Entgegennahme und Zuweisung von Hilfsgesuchen über Telefon, Mail und Webseite koordiniert. Unser eigenes Dispatch-System in Airtable funktioniert. Seit wir die Bezahllösung mit Expense Robot haben, sind auch die Fragen nach dem Bezahlen geklärt. Ein Team von Fahrer*innen übernimmt ab und zu Transporte und sonstige Einsätze.

Aktuell haben wir rund 70 Hilfseinsätze leisten dürfen – ein grosser Teil davon sind wiederkehrende Aufgaben wie Einkäufe oder Transporte.

Rund um die Helfer*innen-Gruppe haben sich weitere Untergruppen gebildet, die für medizinische oder seelsorgerische Fragen zur Verfügung stehen. Eine weitere Gruppe sorgt sich um die Kommunikation per Flyer oder über Facebook. Zudem hat sich die Nachbarschaftshilfe Niederlenz uns angeschlossen, sodass beide Gemeinden nun optimal abgedeckt sind.

Diverse andere Angebote zur Unterstützung der Bevölkerung sind in den letzten Tagen entstanden. Oft werden Einkäufe und Transporte tatsächlich in der nächsten Nachbarschaft oder in den Familien organisiert. Viele Restaurants in und um Lenzburg bieten TakeAway an. Einige Läden haben auf Heimlieferungen umgestellt. Auch die grossen Einkaufszentren Migros und Coop bieten entsprechende Angebote an.

Nicht zuletzt mache ich auch gerne noch auf das folgende Angebot aufmerksam, das über die Gesellschaftskommission Lenzburg ins Leben gerufen wurde: Mit dem „Bring & Hol“ können im Angelrain (Geräteraum bei den Sportanlagen) Spielsachen getauscht werden.

Update 009 und 010

Heute gibt es genug Inhalt für gleich zwei Updates. Wir haben in den letzten Tagen mit viel Einsatz daran gearbeitet, zwei Dinge in unserer Nachbarschaftshilfe massiv zu verbessern: das Anonymisieren der Einsatzplanung und die Möglichkeit, Zahlungen bargeldlos über einen längeren Zeitraum zu organisieren.

Beide Verbesserungen werden heute in Betrieb genommen.

Anonymisierte Einsatzplanung

In unserer schnell und unkompliziert erschaffenen Nachbarschaftshilfe haben wir seit dem Start mit einer Whatsapp-Gruppe und einer Google-Tabelle gearbeitet. Hilfsgesuche kamen auf die Tabelle, die Whatsapp-Gruppe wurde informiert, die Helfer*innen haben sich einem Einsatz angenommen.

Das hat gut funktioniert, wir haben bisher schon mehr als 20 Einsätze gestartet, teils sind das längerfristige Einkaufshilfen oder Transporteinsätze.

Das Problem: Alle konnten immer alles sehen. Das wollten wir von Anfang an vermeiden, konnten aber in der ursprünglichen Teamzusammensetzung nichts daran ändern, da unsere Ressourcen beschränkt sind und waren.

Seit einigen Tagen haben wir aber ein sehr konstantes Grüppchen von Einsatzleitern, die Telefone und Mails entgegennehmen und sich bereit erklärt haben, darüber hinaus auch die Einsätze zu koordinieren. Ganz lieben Dank dafür!

Somit haben wir unserer Einsatzzentrale nun ein Tool zur Verfügung gestellt, über das sie Hilfesuchende und Helfer*innen verknüpfen können. Die persönlichen Daten aller Beteiligten können so geschützt werden. Erst wenn Helfer*in und Hilfesuchende*r verknüpft sind, werden persönliche Daten ausgetauscht.

Damit wird auch das Engagement der Helfer*innen etwas kontrollierter. Statt einer losen Whatsapp-Gruppe registrieren sich all unsere Helfer*innen mit Name und Adresse in unserem System. Weitere Informationen dazu gibts auf unserer Helfer-Seite.

Ein grosses Danke an Airtable, die uns ihre Software kostenlos zur Verfügung stellen.

Zahlungssystem

Die zweite grosse Neuerung betrifft Zahlungen, die zwischen Hilfesuchenden und Helfenden erfolgen müssen. Diese sollen nach Möglichkeit kontaktlos erfolgen. Zudem ist es ja in der Praxis so, dass unsere Einsätze meist nicht einmalig sind, sondern dass wir zum Beispiel das Einkaufen für eine Person über einen längeren Zeitraum übernehmen. Irgendwann gehen die Bargeldreserven zu Ende und da unsere älteren Mitmenschen zurzeit aufgefordert sind, zuhause zu bleiben, können sie auch kein Geld abheben gehen.

Hier hilft unser Zahlungssystem, das wir zusammen mit drei tollen Partnern innerhalb weniger Tage auf die Beine stellen konnten:

Wir nutzen die App „Expense Robot“. Diese funktioniert wie ein Spesen-Scanner.

Die Helfer*innen bekommen von uns einen Login für „Expense Robot“. In der App hinterlegen die Helfer*innen ihre Bankverbindung. Unsere Administrator*innen schalten die Helfereinsätze in der App frei. Die Helfer*innen erledigen Besorgungen und bezahlen mit ihrer eigenen Kredit- oder Debitkarte. Danach scannen sie mit der App den Kassenbeleg.

Im Hintergrund werden die Belege gesammelt. Unsere Administratoren überprüfen die Quittungen und geben sie für die Weiterverarbeitung frei.

Die Hypothekarbank Lenzburg verarbeitet im Hintergrund die gesammelten Belege und zahlt den Gesamtbetrag gestaffelt innerhalb von 3-4 Arbeitstagen an die Helfenden zurück.

Die Verrechnung gegenüber den Hilfesuchenden übernimmt die Städtische Hilfsgesellschaft Lenzburg. Sie versendet Rechnungen und Einzahlungsscheine. Die Hilfsgesellschaft sorgt zudem für genug Liquidität, sodass Rückzahlungen auch erst erfolgen können, wenn sich die Lage in der Schweiz wieder etwas normalisiert hat.

Wie gut unser System funktioniert, wird sich in den nächsten Tagen weisen. Gerne stellen wir es auch anderen Nachbarschaftshilfen in und um Lenzburg zur Verfügung. Wenn Interesse besteht, dann meldet euch einfach bei uns.

Merci vilmol!

Beide genannten Neuerungen sind in kürzester Zeit entstanden und werden von vielen motivierten Menschen unterstützt. Danke all diesen Freiwilligen, die ihre Freizeit für diesen guten Zweck zur Verfügung stellen!

Update 008

Guten Morgen miteinander. Es war ein ruhiges Wochenende. Das ist gut. Viele haben ihr Leben runtergefahren und geniessen wohl in diesen ersten Tagen auch das neue Miteinander.

Im Hintergrund haben wir vom OK unsere Arbeit aber unbeirrt fortgesetzt. Wir haben schon viel erreicht. Drei Dinge haben bei uns aber noch ganz hohe Priorität.

Einsatzzentrale

Unser ursprünglich aufgesetztes System mit Whatsapp und einem Google-Formular war nur ein erster Schritt, der schnell und unkompliziert erfolgen konnte. Wir sind uns von Beginn weg bewusst, dass wir da noch eine eine andere Lösung brauchen, schon nur, um besseren Schutz der Daten zu gewährleisten. Daran arbeiten wir. Nachdem wir gestern mit unserem Telefon-Team gesprochen haben, werden wir so schnell wie möglich auf ein System umstellen, in dem eine Einsatzzentrale die Hilfsgesuche und Helfereinsätze koordiniert.

Lösung für Zahlungen

Zusammen mit der Hypothekarbank Lenzburg sind wir daran, ein möglichst einfaches System einzuführen, um Bargeldtausch bei Besorgungen möglichst zu vermeiden. Viele ältere Personen sind nicht mit Kreditkarten und digitalen Zahlungsmitteln wie Twint ausgerüstet. Daher möchten wir ein System einrichten, mit dem sie bei Helfer*innen einfach und unkompliziert „anschreiben“ können. Abgerechnet wird dann in regelmässigen Abständen per Einzahlungsschein.

Das System ist noch nicht ganz spruchreif, aber wir sind mit Hochdruck dran.

Zweite Flyer-Version

Ausserdem möchten wir unseren ersten Flyer, den wir in aller Schnelle erstellt und verteilt haben, verbessern. Es geht in erster Linie darum, die Kontaktdaten (Telefon 043 / 283 67 50, die Mail sowie unser Webformular) nochmals bekannt zu machen. Den Flyer werden wir an wichtigen Standorten wie Migros, Coop, Volg, Post oder Bahnhof nochmals verteilen.

Die Glückskette hilft

Ein wichtiger Hinweis: die Glückskette Schweiz hat heute einen dringenden Spendenaufruf platziert. Die Corona-Spenden werden für Einzelpersonen und Familien in der Schweiz gesammelt, die unter den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus leiden.

Wer also auf diesem Weg helfen will, der ist eingeladen, seine Spende zu platzieren.

Update 007

Zuhause bleiben. Nur das hilft. Und das machen wir. Alle. Für alle.

Zuhause bleiben ist für uns alle eine riesige Herausforderung. Gerade wenn draussen die Sonne scheint. Jetzt ist es aber wichtig, dass wir uns dran halten: wir gehen nur raus für wichtige Besorgungen (Lebensmittel, Apotheke) oder wenn wir zur Arbeit müssen.

… und um jemandem zu helfen.

Unsere Helfer*innen dürfen also noch raus und einen Hilfseinsatz leisten – wenn auch unter ganz klaren Regelungen, die wir alle sehr ernst nehmen müssen.

Bei jedem Einsatz gilt: mit allen Mitteln Kontakt vermeiden! Abstand halten!

Bei einem Transport: im Auto möglichst weit auseinandersitzen. Sitz, Türe, Armlehnen desinfizieren.

Bei einem Einkauf: bargeldlos zahlen oder anschreiben / vorschiessen. Das Finanzielle kann man später lösen. Bargeld ist im Moment keine gute Idee. Einkaufstaschen deponieren, nicht übergeben. Einkäufe und Einkaufstaschen clean halten.

Bei einem Gespräch: möglichst übers Telefon oder sonst mit viel Abstand über den Balkon oder zum Fenster raus. Nicht in die Wohnung gehen, nicht gemeinsam an den Tisch sitzen.

Wichtig ist auch, dass wir uns alle gut über die aktuelle Situation informieren. Und zwar bei offiziellen Quellen. Glauben Sie nicht jedem Facebook-Post, jeder Instagram-Story oder jedem Twitter-Beitrag. Benutzen Sie die offiziellen Informationsangebote des Bundes, zum Beispiel die sehr guten und klar verständlichen Seiten des BAG.

Auch die Stadt Lenzburg hat Informationen aufgeschaltet: auf der Homepage der Stadt unter lenzburg.ch findet sich ein Corona-Ticker. Darin steht unter anderem zu lesen, dass die Papiersammlung heute von der Firma Häfeli durchgeführt wird und dass alle Feuerstellen rund um Lenzburg im Moment geschlossen sind.

Wenden Sie sich an offizielle Stellen, wenn Sie sich einsam oder unwohl fühlen. Pro Senectute, die dargebotene Hand oder auch ihr Hausarzt steht Ihnen für Gespräche zur Verfügung oder verweisen sie an andere Stellen. Auch unsere Helfer*innen können Sie für regelmässige Gespräche in den nächsten Tagen „buchen“.

Wir wünschen Ihnen allen ein geruhsames Wochenende. Lassen Sie es sich zuhause gut gehen. Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn (mit Abstand!). Bleiben Sie gelassen. Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Hilfe brauchen.

Zum Schluss hier noch der offene Brief, den Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga heute morgen an uns alle formuliert hat:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Unser Leben hat sich über Nacht verändert. Schulen, Kinos und Läden sind geschlossen, Veranstaltungen verboten. Ältere und kranke Menschen bleiben zu Hause. Viele Berufstätige arbeiten von daheim aus. Im Büro oder auf der Strasse kommen wir uns nicht näher als zwei Meter. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind draussen verboten.

Diese Regeln sind wichtig. Denn sie retten Leben. Darum müssen wir sie unbedingt einhalten. Nur so können wir Ansteckungen vermeiden und die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen. Und das ist jetzt entscheidend.

Wenn sich das Virus zu schnell verbreitet, sind die Intensivstationen in unseren Spitälern überlastet. Die Folgen können verheerend sein.

Die Opferzahlen in der Schweiz steigen. Das tut weh. Bund, Kantone und Gemeinden arbeiten Tag und Nacht an Lösungen. Es ist aber wie so häufig in unserem Land: Es braucht die Bevölkerung.

Wir, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben es in der Hand. Im Namen des Bundesrats rufe ich Sie deshalb auf: Bleiben Sie daheim, wenn Sie älter als 65 oder krank sind. Bleiben Sie auf Distanz zu anderen Menschen. So helfen Sie sich. Und so helfen Sie den anderen.

Die Behörden lassen die Bevölkerung nicht allein. Wir kümmern uns um Betriebe und Arbeitsplätze. Der Bundesrat hilft Unternehmen, Angestellten und Freischaffenden, die um ihre Existenz kämpfen. Er sorgt dafür, dass Löhne bezahlt werden können und Firmen Kredite erhalten. Mehr als 40 Milliarden Franken stehen ab sofort zur Verfügung, rasch und unbürokratisch.

Nicht alle Menschen können zu Hause bleiben. Wir brauchen das Gesundheitspersonal, die Pöstler, die Verkäuferinnen, die Lastwagenfahrer, Bus-Chauffeure, unsere Bäuerinnen und Bauern, die Armeeangehörigen: Sie schauen, dass die Versorgung auch weiterhin funktioniert. Ihnen gebührt ein riesengrosses Dankeschön!

Genau das hat die Schweiz immer ausgezeichnet. Wenn es darauf ankommt, sind wir mehr als 26 Kantone und 8,5 Millionen Menschen. Wir sind ein Land. Und wir sind füreinander da.

Ihre Simonetta Sommaruga

Bundespräsidentin

Update 006

Das Richtige tun!

Wir alle sollten in dieser Zeit das Richtige tun. Jeder kann sich selbst überlegen, was das in seinem Umfeld heisst. Wir haben uns diese Woche sehr intensiv überlegt, was es für uns heisst. Eine Nachbarschaftshilfe aufziehen ist mit den heutigen Kommunikationsmitteln schnell gemacht. Aber ist es auch richtig?

Es gibt durchaus auch Kritik an solchen Gruppen, die Nachbarschaftshilfe anbieten. Auch unsere Bemühungen werden hinterfragt. Wir antworten stets dasselbe: „wir sind der Meinung, dass wir das Richtige tun!“

Aber: wir sind nicht blauäugig. Wir sind uns der Risiken bewusst, dass zwar lieb gemeinte Nachbarschaftshilfe auch die Verbreitung des Virus fördern kann. Bei der Kinderbetreuung. Beim Erledigen von Einkäufen. Bei Transporten. Uns ist es extrem wichtig, dass all unsere Helfer*innen das Richtige tun. Wir haben auf unserer Helferseite wichtige Informationen zusammengetragen. Wir verfolgen ständig die Empfehlungen des BAG und korrigieren unsere Anweisungen wenn nötig.

Und: wir suchen den Kontakt zu Fachleuten. Wir haben im Hintergrund Menschen aus der Seelsorge und aus dem medizinischen Bereich in separaten Whatsapp-Gruppen. Wir stehen in ständigem Kontakt zur Stadt, zur Gesellschaftskommission, bald auch zur Pro Senectute. Aus diesem Netzwerk erfahren wir grosse Unterstützung und wir greifen gerne darauf zurück. Wir diskutieren unser Angebot mit den Expert*innen und geben auch Einsätze ab, wenn sie von professionellen Menschen besser durchgeführt werden können.

Wir tun das Richtige
und sind uns unserer Verantwortung bewusst!

Auch heute war ein intensiver Tag. In Lenzburg wurden rund 7000 Flyer in die Briefkästen verteilt. Verdankenswerterweise kostenlos gedruckt von Kromer Print und von Priska Kuhn-Döll von drucksa.ch.

Danke auch allen Verteiler*innen, die das in so kurzer Zeit möglich gemacht haben.

Heute wurde auch im Lenzburger Bezirksanzeiger über unsere Aktion berichtet. In der Hektik kamen ein paar wichtige Angaben durcheinander, drum hier noch die Richtigstellung.

Hilfesuchende erreichen uns unter:

Keine Angst: die in der Zeitung publizierte Telefonnummer sowie die Mailadresse werden von uns selbstverständlich auch überwacht.

PDF-Flyer zum Download: https://corona-lenzburg.ch/wp-content/uploads/2020/03/Corona-Flyer.pdf

Update 005

Bleiben Sie zu Hause, insbesondere, wenn Sie alt oder krank sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen; es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.

Der Bundesrat und die Schweiz zählen auf Sie!

Empfehlung des Bundesrates (18.03.20)

Heute gab es bei uns zwei Themen, die im Fokus standen. Da ist zum einen die dringende Aufforderung des Bundesrats, zuhause zu bleiben. Eine Botschaft, die sich insbesondere an die ältere Generation richtet. Auch wenn schönes Wetter herrscht und die Züge fast leer sind: jetzt ist nicht die Zeit für Frühlingsausflüge. Oder für ein gemütliches Schwätzchen im Migros oder Coop. Und schon gar nicht für Hütedienst bei den Enkelkindern.

Die Sache ist nun mal so: die halbe Schweiz bleibt zu hause, damit sich das Virus nicht ausbreitet. Das ist für die Wirtschaft schwierig. Zumal ja auch die Freizeit völlig zum erliegen gekommen ist.

Da kann es nicht sein, dass die andere Hälfte der Schweiz die ganze Sache ignoriert und munter ihr Leben weiter lebt. Jetzt müssen wir alle zurückstecken, runterfahren. ZUHAUSE BLEIBEN.

Genau deshalb gibt es ja auch unsere Nachbarschaftshilfe. Wir gehen für Sie einkaufen. Wir führen Ihren Hund aus. Wir übernehmen den Hütedienst ihrer Enkelkinder. Sie müssen sich nur bei uns melden und uns auf ihr Bedürfnis aufmerksam machen. Den Rest übernehmen wir, bzw. die über 100 Helfer*innen, die in der Whatsapp-Gruppe auf Einsätze warten.

Das zweite Thema, das heute an uns herangetragen wurde: Der Schweiz geht das Spenderblut aus. Die Blutspendeorganisationen sind mit einem drastischen Rücklauf der Blutspenden konfrontiert. Ist irgendwie verständlich, denn schliesslich sind wir alle angehalten, uns nicht einfach so in Spitäler oder Arztpraxen zu begeben.

Der Blutspendedienst Aargau-Solothurn lässt aber explizit ausrichten: Trotz Zugangsbeschränkung für Besucher des Kantonsspitals Aarau findet die Blutspende weiterhin statt!

Die verschiedenen Blutspendezentren im Kanton Aargau haben offen und nehmen Spenden entgegen. Denn dieses Bild hier soll sich wieder verbessern.

Blutvorrat (Stand: 18.03.2020)
https://www.blutspende.ch/de/blutspende

Warum also die jetzige Zeit nicht nutzen für eine Blutspende. Informationen zum Blutspenden und den verschiedenen Blutspendemöglichkeiten findet ihr unter www.blutspende-ag-so.ch

Spende Blut – rette Leben!

Update 004

So langsam sind wir organisiert 🙂 Seit dem Wochenende haben wir intensiv daran gearbeitet, dass unsere Aktion sichtbar wird und dass wir gut erreichbar sind.

Die Whatsapp-Gruppe funktioniert und wir haben eine grosse Gruppe von Helfer*innen, die sofort loslegen können, wenn Anfragen reinkommen. Uns war von Beginn weg wichtig, dass wir durch die Nachbarschaftshilfe NICHT zur weiteren Verbreitung des Corona-Virus beitragen. Deshalb müssen sich sowohl Hilfesuchende wie auch die Helfenden schützen und richtig verhalten.

Auf der Seite „Ich möchte helfen“ haben wir Regeln und wichtige Tipps zusammengetragen, die alle Helfer*innen gut durchlesen und befolgen sollen, nein: müssen. Es ist wirklich wichtig, dass wir professionell vorgehen. Wir haben in unserer Gruppe auch mehrere medizinische Fachpersonen, die bei Fragen gerne helfen.

In der Whatsapp-Gruppe herrscht ziemlich Betrieb. Dadurch verlassen viele Interessierte die Gruppe schnell wieder, genervt von den vielen Nachrichten. Das gehen wir an:

  • Neu gibt es einen separaten Chat für alle, die das Bedürfnis haben, Diskussionen zur allgemeinen Lage zu führen, Hier ist der Link zum Chat
  • In den Informationen für Helfer*innen haben wir einige Chatregeln festgelegt: keine unnötigen Likes und Beifallsbekundungen, keine politische Werbung, keine Plaudereien.
  • Der Chat ist primär dazu da, dass wir vom OK Hinweise zu Arbeitseinsätzen geben können. Wenn sich einige Helfer*innen einem Auftrag annehmen, organisieren sie sich selbst in einem anderen Chat oder Kanal.

Durch diese Massnahmen wird es wohl etwas ruhiger bei Whatsapp. Das Prinzip funktioniert auch schon ganz gut. Die Flyer-Gruppe organisiert sich ausserhalb des Hauptchats. Es hat sich auch eine Gruppe gebildet, die das Altersheim Obere Mühle beim Ausfahren von Mahlzeiten unterstützt – auch da gibt es einen separaten Chat.

Das Thema des heutigen Tages ist ein spezieller Flyer-Einsatz bei Coop und Migros. Die Bevölkerung – speziell auch die Risiko-Gruppe der Senior*innen – hat noch nicht akzeptiert, dass man im Moment zuhause bleiben soll. Das schöne Frühlingswetter und die leeren Züge locken Wandergruppen und Spaziergänger aus den Wohnungen. Das ist nicht gut und wir wollen mit Flyern auf die Situation aufmerksam machen. In der Whatsapp-Gruppe werden wir heute einen Einsatz koordinieren.

Update 003

Wir sind überwältigt vom Zuspruch, den wir über Whatsapp und andere Kanäle erhalten. Inzwischen haben wir über 130 Leute in der Gruppe, die helfen wollen.

Auch aus Nachbargemeinden. Wir möchten uns vorerst vor allem auf Lenzburg konzentrieren, darum verweisen wir gerne auf ähnliche Aktionen in der Region von Lenzburg.

Morgen beginnen wir damit, mit Flyern auf unser Angebot aufmerksam zu machen. Auch da haben sich schon ganz viele Helfer*innen gemeldet, um die Flyer zu verteilen.

Was uns im Moment noch etwas Sorgen macht: So toll die Nachbarschaftshilfe ist, so problematisch kann sie auch sein! Denn sie schafft Kontaktpunkte, die zur weiteren Verbreitung des Corona-Virus führen können. Das wollen wir natürlich auf jeden Fall vermeiden! Deshalb haben wir eine Seite aufgesetzt mit Tipps für unsere Helfer. Wir werden diese Seite regelmässig aktualisieren.

Wir werden häufig gefragt, wie die Sache denn eigentlich funktioniert. Kurz gesagt: es gibt in Whatsapp eine Gruppe von Helfer*innen. Sie alle haben Zugang zu einer Tabelle, in der wir Hilfeanfragen sammeln. Die Helfer*innen können dann selbst entscheiden, wo sie Hilfe leisten möchten. Sie tragen sich in der Tabelle ein, wenn sie sich der Sache annehmen. Das System beruht weitgehend auf Selbstorganisation.

Heute haben wir die ersten Hilfe-Anfragen bekommen. Die Gruppe hat sich diesen umgehend angenommen. Das System funktioniert! Danke allen, die mittragen!

Update 002

Wir haben uns gestern Abend im OK getroffen. Physisch zwar (es gab viel zu besprechen) aber mit Abstand 🙂

Zur Zeit haben wir in der Whatsapp-Gruppe mehr als 100 Personen, die sich als Helfer*innen anerboten haben. Anfragen sind noch wenige da, aber wir denken, dass die noch kommen.

Im OK haben wir uns wie folgt organisiert:

  • Timo kümmert sich Kontakte zu Lenzburger Institutionen (Altersheime, Kirchen, Spitex, etc.). Zudem organisiert er in den nächsten Tagen ein kleines Grüppchen von Helfer*innen, die Hilfeanfragen per Telefon entgegen nehmen können.
  • Romana übernimmt die Moderation der Whatsapp-Gruppe und hat einen ständigen Blick auf die Liste mit allen Hilfsanfragen. Wo nötig vermittelt sie einzelne Fälle, die sich nicht von selbst lösen.
  • Rafael kümmert sich in den nächsten Tagen um die Verteilung von 8000 Flyers, die uns die Firma Kromer Print verdankenswerterweise gedruckt hat.
  • Roman pflegt die Webseite und bündelt hier wichtige Informationen.

Wir haben keine Ahnung, wie sich die Sache in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt. Wir starten einfach mal und entwickeln uns Schritt für Schritt weiter.

Im Moment könnten wir noch folgende Unterstützung gebrauchen:

  • einen Programmierer, eine Programmiererin, die eine kleine Datenbankanwendung erstellen könnte, um viele Einsätze zu koordinieren. Im Moment machen wir das über ein Google-Sheet. Wir wissen aber, dass das nicht skalieren wird.
  • eine Ärztin, einen Arzt, der uns aus medizinischer Sicht auf die Finger schaut. Wir sind uns etwas unsicher, welchen Risiken wir Helfende und Hilfesuchende durch die Nachbarschaftshilfe aussetzen und wir wollen das natürlich professionell machen.

Falls jemand hier im OK mithelfen möchte, darf er sich gerne bei mir melden: